Septopus
Why it matters?
STATUS QUO:
Die Integration der zentralen Dimensionen des Human-centered Design (Komfort, Gesundheit und Wellbeing) in die Planungspraxis ist bislang nur unzureichend entwickelt.
Funktionale und technische Anforderungen sind klar definiert, während qualitative Aspekte häufig unscharf bleiben oder erst in späteren Planungsphasen berücksichtigt werden.
PROBLEM:
Etablierte Bewertungsansätze (v.a. Zertifizierungssysteme) setzen überwiegend auf eine nachträgliche Evaluation.
-> Zielvorgaben sind sich nur eingeschränkt auf die vorgelagerte Phase der Bedarfsplanung anwendbar
Gleichzeitig erweitert Wellbeing die klassische Betrachtung von Komfort und Gesundheit.
-> Es fehlen geeignete Prozesse und Instrumente, um qualitative Anforderungen systematisch zu erfassen und in konkrete Zielgrößen überführen zu können.
LÖSUNG:
Qualitative Anforderungen werden bereits in der Bedarfsplanung operationalisierbar und damit frühzeitig in den Planungsprozess integriert.
-> Verschiebung des Fokus von einer reaktiven Bewertung hin zu einer proaktiven Zieldefinition
ANSATZ:
Das Tool entwickelt eine eigenständige Systematik zur Strukturierung von Komfort, Gesundheit und Wellbeing. Komplexe Zusammenhänge werden in sieben Kategorien übersetzt und in eine intuitive, visuell zugängliche Form (”Septopus”) überführt.
-> wissenschaftliche Erkenntnisse in klare Entscheidungsoptionen verdichten und klarer kommunizierbar machen
METHODIK:
Die Grundlage bildet eine systematische Literaturrecherche des Human-centered Design sowie die Auswertung normativer Vorgaben und Zertifizierungssysteme (u.a. DIN, VDI, DGNB, WELL). Relevante Parameter werden identifiziert, in Zielwerte überführt und in vier Empfehlungsstufen strukturiert. Das Tool kombiniert qualitative und quantitative Informationen und übersetzt diese in eine anwendungsorientierte Logik für die Bedarfsplanung.
Septopus
Das Septopus-Tool ist aus dem Anspruch entstanden, meine theoretisch erarbeiteten Grundlagen des Human-centered Design nicht nur zu analysieren, sondern aktiv anwendbar zu machen. Es überführt theoretische Erkenntnisse in eine operative Struktur und schafft damit ein neues Instrument für die Bedarfsplanung. Ziel war es, komplexe Wechselwirkungen zwischen Komfort, Gesundheit, Wellbeing und räumlicher Qualität in eine Form zu bringen, die nicht nur verstanden, sondern unmittelbar angewendet werden kann.
Statt bestehende Bewertungsansätze lediglich zu adaptieren, entwickelt das Tool eine eigenständige Systematik für die vorgelagerte Definition von Zielen. Es soll wissenschaftliche Grundlagen zu klaren Entscheidungsoptionen verdichten, Komplexität reduzieren und qualitative Zieldefinitionen explizit verhandelbar machen. Damit soll der Fokus von einer reaktiven Bewertung hin zu einer proaktiven Zielsetzung verschoben werden. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, das Human-Centered Design frühzeitig in bestehende Planungsprozesse zu integrieren.
Einordnung
Die systematische Integration von Komfort, Gesundheit und Wellbeing in die Bedarfsplanung befindet sich bislang noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Während funktionale und technische Anforderungen fester Bestandteil der Bedarfsermittlung sind, bleiben psychologische, soziale und gesundheitliche Aspekte häufig unscharf oder werden erst in späteren Planungsphasen berücksichtigt. Etablierte Zertifizierungssysteme setzen häufig auf eine nachträgliche Evaluation des gebauten Objekts und der dafür durchgeführten Planungsprozesse – eine methodische Unterstützung für die vorgelagerte Phase der Planung fehlt jedoch.
Gleichzeitig erweitert das Konzept des Wellbeing die klassische Betrachtung von Komfort und Gesundheit. Es geht nicht mehr allein um die Vermeidung negativer Einflüsse, sondern um die bewusste Förderung positiver Reize. Damit verschiebt sich der Fokus von einer rein neutralitätsorientierten Planung hin zu einer qualitätsorientierten Gestaltung der Erlebnisse der Nutzenden.
Obwohl nachhaltiges Bauen auf dem Zusammenspiel aller drei Säulen der Nachhaltigkeit basiert, bleibt die soziale Dimension in der praktischen Anwendung häufig unterdefiniert. Insbesondere in der frühen Phase der Bedarfsplanung fehlen geeignete Instrumente, um raumbezogene Qualitäten systematisch zu erfassen und in planerische Zielgrößen zu überführen. Potenziale zur Digitalisierung nutzer- und kontextbezogener Informationen bleiben damit vielfach ungenutzt.
Vor diesem Hintergrund wurde das Septopus-Tool entwickelt. Ziel ist es, qualitative Anforderungen im Kontext von Komfort, Gesundheit und Wellbeing bereits in der Bedarfsplanung operationalisierbar zu machen. Es schafft einen Referenzrahmen, der qualitative und quantitative Zielgrößen zusammenführt, Entscheidungsprozesse unterstützt und als belastbare Grundlage für den weiteren Entwurfsprozess dient. Die abgeleiteten Werte sind dabei nicht als starre Vorgaben zu verstehen, sondern als empfohlene Zielgrößen innerhalb eines geometrieunabhängigen, entwurfsoffenen Modells. Sie sollen somit auch als Orientierungsrahmen für den weiteren Planungsverlauf dienen und so zum Erreichen der definierten Ziele und Qualitäten beitragen.
Bedarfsplanung
Die Bedarfsplanung bildet die strategische Grundlage eines Bauprojekts und lässt sich treffend als Phase des „Weichenstellens“ beschreiben. In diesem frühen Stadium werden Vision, Ziele und Anforderungen definiert – Entscheidungen, die den weiteren Projektverlauf maßgeblich prägen und später nur noch mit erheblichem Aufwand korrigiert werden können. Wird der Kurs zu Beginn nicht klar festgelegt, sind Umwege, Zielkonflikte und kostenintensive Anpassungen in späteren Planungsphasen nahezu vorprogrammiert. Eine strukturierte und frühzeitige Definition von Anforderungen ist daher entscheidend, um nachhaltige und konsistente Planungsprozesse zu ermöglichen.
Während funktionale, technische oder wirtschaftliche Anforderungen meist klar formuliert werden, bleiben qualitative Aspekte häufig unscharf oder implizit. Doch gerade diese Faktoren beeinflussen maßgeblich die spätere Nutzungsqualität von Gebäuden. In der Praxis fehlt es daher häufig an den passenden Instrumenten, die diese qualitativen Zielsetzungen systematisieren, strukturieren und nachvollziehbar machen.
Hier setzt das Septopus-Tool an. Es wurde entwickelt, um Human-Centered Design bereits in der Bedarfsplanung operationalisierbar zu machen. Auf diese Weise entsteht eine methodische Grundlage, um die soziale Dimension der Nachhaltigkeit gleichwertig neben den bereits etablierten ökologischen und ökonomischen Dimensionen in Planungsprozesse zu integrieren und qualitative Anforderungen nicht erst im Entwurf, sondern bereits bei der strategischen Zieldefinition zu verankern.
Septopus-Tool
Das webbasierte Tool Septopus wurde im Rahmen eines Bachelorprojekts im Studiengang Digitaler Baumeister an der Technischen Hochschule Augsburg unter meiner Anleitung entwickelt. Die konzeptionelle Ausarbeitung sowie das gestalterische Design wurden im Rahmen meiner Masterarbeit von mir betreut und weiterentwickelt. Die grundlegende Idee, die Kategorien des Wellbeing mit der Visualisierung des Septopus zu verknüpfen, wurde bereits in einer früheren Arbeit von Bjelland entwickelt und bildet den Ausgangspunkt für die hier vorgestellte Weiterentwicklung (Bjelland und Schmidt 2022).
Ziel des Projekts war die Entwicklung eines digitalen Werkzeugs, das komplexe Inhalte der Bedarfsplanung in eine vereinfachte und visuell zugängliche Form überführt. Besonderes Augenmerk lag auf dem UX-Design sowie einer nahtlosen Integrierbarkeit in bestehende Planungsprozesse, um die praktische Anwendbarkeit von Beginn an sicherzustellen. Durch die gezielte Reduktion der zugrunde liegenden Komplexität macht das Tool zentrale Zusammenhänge und Wechselwirkungen interaktiv nachvollziehbar. Die primäre Zielgruppe des Tools sind Architekturschaffende und andere Fachplanende. Für eine alternative Anwendung mit der Bauherrenschaft beziehungsweise einer Bauherrenvertretung als primärer Zielgruppe wäre eine angepasste Benutzeroberfläche denkbar.

Eingabe allgemeiner Informationen über das Projekt
Dietz, Krebs und Oksymets 2025
Projektspezifikation
Beim Erstellen eines neuen Projekts werden grundlegende projektspezifische Informationen erfasst, die im weiteren Verlauf automatisch in die Berichtsausgabe übernommen werden und so einen durchgängig automatisierten Workflow unterstützen.
Perspektivisch soll zudem die Möglichkeit integriert werden, den Projektstandort über Postleitzahl oder Koordinaten zu definieren. Diese Standortangabe kann wiederum die Grundlage für weiterführende Analysen bilden, etwa zum örtlichen Sonnenverlauf, zur Strahlungsintensität oder zu klimatischen Rahmenbedingungen wie Temperatur und Niederschlag.
Räume
Nach der Auswahl eines Projekts gelangen die Nutzenden auf eine in Struktur und Gestaltung nahezu identische Seite, die das Anlegen und Verwalten von Räumen innerhalb des gewählten Projekts ermöglicht.
Die Bewertungslogik des Septopus-Tools beschränkt sich in der hier entwickelten Version auf eine raumweise Betrachtung von Anforderungen und Zielsetzungen.

Übersicht angelegter Räume
Dietz, Krebs und Oksymets 2025

Definition räumlicher Eigenschaften und Nutzungsprofile
Dietz, Krebs und Oksymets 2025
Raumprofil
Das Tool kombiniert manuelle Eingaben mit automatisch berechneten Werten und ermöglicht so eine strukturierte und effiziente Datenerfassung. Typische Belegungsdichten verschiedener Nutzungsarten werden über eine Dropdown-Auswahl bereitgestellt, wodurch kein spezifisches Vorwissen erforderlich ist und eine aufwendige Recherche entfällt. Ergänzend zum Eingabefenster stehen nutzungsbezogene Informationen und Planungsempfehlungen zur Verfügung. Diese unterstützen eine intuitive Bedienbarkeit und vermitteln zugleich praxisrelevantes Hintergrundwissen, das über quantitative Zielwerte hinausgeht.
Septopus
Die Visualisierung des Septopus bildet das zentrale Gestaltungselement der Identität des Tools und prägt maßgeblich dessen Wiedererkennungswert. Gleichzeitig erfüllt sie eine funktionale Rolle, indem sie den Einstieg in die individuelle Zieldefinition der Räume ermöglicht. Mithilfe einer Drag-and-Drop-Funktion können Nutzende die gewünschten Ausprägungen für jede der sieben Kategorien festlegen. Die zugrunde liegende Komplexität wird dabei bewusst reduziert, indem eine Vielzahl von Parametern auf sieben intuitive Einstelloptionen verdichtet wird. Für jede Kategorie kann der angestrebte Erfüllungsgrad in vier Stufen gewählt werden. Die Auswahl erfolgt auf Basis individueller Wünsche und Präferenzen, ohne dass spezifisches Vorwissen erforderlich ist.

Eingabe der Ziele per Drag & Drop am Septopus
Dietz, Krebs und Oksymets 2025

Pop-Up-Fenster zur Darstellung verschiedener Informationsebenen
Dietz, Krebs und Oksymets 2025
Kurzbeschreibungen
Zur Steigerung der UX können durch Anklicken der Kategorien am rechten Seitenrand kurze Erläuterungen eingeblendet werden. Diese Kurzbeschreibungen bieten einen schnellen Überblick über die inhaltliche Ausrichtung und zentralen Merkmale der jeweiligen Kategorie. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass auch Nutzende ohne spezifische Vorkenntnisse den Kontext erfassen können, ohne die aktuelle Seite verlassen zu müssen.
Die hier verwendeten Kurzbeschreibungen der einzelnen Kategorien werden im Beitrag zum Human-centered Design weiter behandelt.
Detailbeschreibungen
Um unterschiedlichen Informations-bedürfnissen gerecht zu werden, bietet das Tool mehrschichtige Informationsebenen. Neben einer intuitiven Anwendung stehen bei Bedarf vertiefende Inhalte zur Verfügung, die eine intensive Auseinandersetzung mit Systematik und Grundlagen ermöglichen. Die konzeptionellen Grundlagen der Kategorien sowie deren wissenschaftliche Herleitung werden ausführlich erläutert und durch Literaturquellen gestützt. Auch die Zuordnung einzelner Parameter zu den jeweiligen Kategorien ist hier transparent nachvollziehbar. Damit erfüllt das Tool nicht nur den Anspruch einer fundierten wissenschaftlichen Basis, sondern eröffnet zugleich die Möglichkeit, die Ergebnisse kritisch einzuordnen und weiterführende inhaltliche Auseinandersetzungen anzustoßen.

Konzeptionelle und inhaltliche Grundlagen der Kategorien
Dietz, Krebs und Oksymets 2025

Garderobenhäuschen
Dietz, Krebs und Oksymets 2025
Ergebnisse
Durch die Zusammenfassung einzelner bewerteter Parameter zu übergeordneten Komponenten des Wellbeing soll die inhaltliche Komplexität der Ergebnisse gezielt reduziert werden. Dies dient nicht nur der Benutzerfreundlichkeit, sondern soll zugleich die Verständlichkeit und kommunikative Klarheit der Ergebnisse verstärken.
Die gebildeten Komponenten dienen damit auch als Grundlage für eine visuell aufbereitete Kurzform der Ergebnisse. Auf eine Auflistung der jeweils zugeordneten Parameter wird im Rahmen dieser Website verzichtet.
Textausgabe
Die Textausgabe stellt eine umfassende Sammlung aller relevanten Zielwerte, Informationen und Hinweise dar und bildet die Grundlage für die ausführliche Langfassung des Berichts. Die enthaltenen Zielwerte können in der späteren Entwurfsphase als Checkliste genutzt werden, um Planungsvarianten systematisch mit den ermittelten Anforderungen abzugleichen und gezielt auf die angestrebten Qualitäten hin zu optimieren. Darüber hinaus bietet der Text eine strukturierte Ausgangsbasis für eine mögliche zukünftige Anwendung AI-gestützter Werkzeuge. Die gebündelte und konsistent aufbereitete Sammlung sämtlicher relevanter Informationen in Textform eignet sich besonders für die Verarbeitung durch die derzeit primär auf Large Language Models basierenden AI-Systeme.

Auszg aus den Ergebnissen der Textausgabe
Dietz, Krebs und Oksymets 2025
Parameter
Die Identifikation der relevanten Parameter erfolgte auf Grundlage einer systematischen Literaturrecherche. Für die einzelnen Parameter wurden zunächst bestehende rechtliche und normative Vorgaben und Richtlinien (DIN, VDI und ASR) ausgewertet und mit wissenschaftlichen Erkenntnissen abgeglichen. Zur Erweiterung des Umfangs wurden die Zertifizierungssysteme DGNB und WELL analysiert, um zusätzliche relevante Ziel- und Qualitätsanforderungen zu identifizieren. Dabei wurde besonderes Augenmerk auf ihre Eignung für die Anwendung in der Bedarfsplanung gelegt. Darüber hinaus wurden mögliche Veränderungen im Kontext des Klimawandels berücksichtigt, um die langfristige Relevanz der Parameter im Sinne einer nachhaltigen Planung sicherzustellen. Die so ermittelten Zielwerte wurden anschließend in vier Empfehlungsstufen überführt, die die Grundlage der Bewertungslogik des Septopus bilden und eine abgestufte Einordnung der angestrebten Qualitäten ermöglichen.
Der folgende Auszug stellt die Einordnung der Parameter in Empfehlungsstufen an den Beispielen Tageslicht und Ausblick dar.
Tabelle 01: Einordnung der Zielwerte des Parameters Tageslicht in die Empfehlungsstufen des Septopus
Quelle: Eigene Darstellung nach DIN EN 17037:2022-05
| Empfehlungsstufe | Ziel Beleuchtungsstärke | Ziel Flächenanteil | Min. Beleuchtungsstärke | Min. Flächenanteil | Tageslichtstunden |
|---|---|---|---|---|---|
| Irrelevant | ≤ 300 lx | ≤ 50% | 100 lx | ≤ 95% | 50% |
| Gering | 300 lx | ≥ 50% | 100 lx | ≥ 95% | 50% |
| Mittel | 500 lx | ≥ 50% | 300 lx | ≥ 95% | 50% |
| Hoch | 750 lx | ≥ 50% | 500 lx | ≥ 95% | 50% |
Tabelle 02: Einordnung der Zielwerte des Parameters Ausblick in die Empfehlungsstufen des Septopus
Quelle: Eigene Darstellung nach DIN EN 17037:2022-05
| Empfehlungsstufe | Horizontaler Blickwinkel | Sichtweite | Anzahl sichtbarer Ebenen: |
|---|---|---|---|
| Irrelevant | ≤ 14° | ≤ 6,00 m | Min. Landschaft |
| Gering | ≥ 14° | ≥ 6,00 m | Min. Landschaft |
| Mittel | ≥ 28° | ≥ 20,00 m | Landschaft UND Boden ODER Himmel |
| Hoch | ≥ 54° | ≥ 50,00 m | Boden UND Landschaft UND Himmel |
Nachfolgend wird die Textausgabe für die mittlere Empfehlungsstufe der beiden Parameter aufgeführt. Die Ausgabe kann als eine Art Check- oder Wunschliste für die spätere Entwurfsphase verstanden werden. Sie dient dazu, im Rahmen eines Ist-Soll-Abgleichs die Qualitäten der jeweiligen Entwurfsiteration mit den angestrebten Qualitäten zu vergleichen.
Tageslicht
- Ziel-Beleuchtungsstärke: 500 lx auf mindestens 50% der nutzbaren Fläche
- Mindest-Beleuchtungsstärke: 300 lx auf mindestens 95% der nutzbaren Fläche
- Anteil der Tageslichtstunden: mindestens 50%
Ausblick
- Horizontaler Blickwinkel: 28°
- Sichtweite: mindestens 20,00 m
- Anzahl sichtbarer Ebenen: Landschaft und Boden oder Himmel
Dabei ist wichtig zu beachten, dass diese einfache Definition von Zielwerten zu Zielkonflikten führen kann. Eine vollständige Einhaltung aller Zielwerte kann nicht garantiert werden, da hierfür projektspezifische Abwägungen erforderlich sind. Aufgrund des ergebnisoffenen und geometrieunabhängigen Kontexts der Bedarfsplanung können diese Zielkonflikte in diesem Stadium der Planung jedoch noch gar nicht sinnvoll gegeneinander abgewogen werden. Die daraus resultierenden Konflikte sind daher in späteren Planungsphasen unter Berücksichtigung übergeordneter Planungsziele gegeneinander abzuwägen.
Weiterentwicklung
Der aktuelle Stand des Tools stellt einen ersten Prototyp dar, der noch weiteres Optimierungspotenzial bietet. Mögliche Weiterentwicklungen reichen von Anpassungen im UX/UI-Design über inhaltliche Präzisierungen bis hin zu konzeptionellen Erweiterungen der Bewertungslogik. Derzeit bestehen noch keine Einschränkungen hinsichtlich möglicher Kombinationen in der Konfiguration des Septopus. In einer späteren Version des Tools könnte die Einführung plausibilisierter Zielkonflikte zu realistischeren Kombinationen von Zielwerten beitragen. Zukünftig ist zudem vorgesehen, dass das Tool auf Basis der zuvor eingegebenen raumbezogenen Informationen automatisch eine sinnvolle Standardkonfiguration des Septopus vorschlägt. Diese kann als Referenzwert dienen, um den Vergleich mit der eigenen Konfiguration zu erleichtern und so das UX weiter zu erhöhen. Ebenso könnte sie in der Berichtsform als Vergleich ausgegeben werden, um die angestrebten Qualitäten im weiteren Planungsprozess besser einordnen zu können.
Literatur
Bjelland, D. & Schmidt, T. (2022): Form Follows Well-Being: An Approach to Human Centric Facade Design.
DIN EN 17037:2022-05, Tageslicht in Gebäuden.
Hanc, M., McAndrew, C. und Ucci, M. (2019). Conceptual approaches to wellbeing in buildings: A scoping review. Building Research & Information, 47(6), 767–783, doi: 10.1080/09613218.2018.1513695.