Instutut für Geographie
Universität Augsburg
Das erhebliche Wachstum des Konvents und seiner Aufgaben macht eine umfassende Neugestaltung notwendig. Die Bestandsaufnahme erfolgte im Rahmen einer Exkursion vor Ort. Dabei wurden Interviews geführt, um sowohl die aktuelle Situation als auch zukünftige Anforderungen besser verstehe zu können. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden zuerst in eine Bedarfsplanung sowie einen Masterplan für das gesamte Konventsgelände übersetzt.
Der Schlüssel hierfür liegt in der Erschließung des Flächenpotential im südlichen Bereich des Geländes. Zusammen mit der dort bereits bestehenden Grundschule soll das Areal nach und nach zu einem Montessori-Campus weiterentwickelt werden. Den Auftakt dieser Entwicklung bildet die Verlagerung der derzeit überbelegten Montessori-Trainee School, die im Rahmen eines Entwurfs genauer ausgearbeitet wurde.
Der entstehende Campus gliedert sich in zwei übergeordnete Baufelder mit jeweils eigenständigen Gebäudebereichen. Die Zonierung orientiert sich an den vorgesehenen Nutzungen. Ein Bereich ist für die Montessori-Trainee-School mit zugehöriger Unterbringung vorgesehen, während der andere die bestehende Montessori-Grundschule umfasst und perspektivisch um den bestehenden Kindergarten sowie die geplante Sekundarschule erweitert werden kann.
Die Ausrichtung der Baufelder leitet sich aus der bestehenden Grundschule sowie der Öffnung der Baukörper in Richtung Grünraum ab. Verbunden werden die beiden Bereiche durch die Haupterschließungszone, die als gemeinschaftlicher Aufenthaltsbereich sowie als Standort der Campus-Cafeteria dient. Die hofartige Struktur der einzelnen Gebäude ermöglicht es, geschützte private Außenbereiche von den umgebenden öffentlichen Freiräumen abzugrenzen.
Die offenliegenden Kassettendecken aus Stahlbeton stellen eines der prägenden Merkmale des Bestands dar. Ihr strenger geometrischer Aufbau innerhalb des Tragwerksrasters strukturiert die neu geschaffenen großen Bürozonen und wurde daher bei der Sanierung als identitätsstiftendes Element bewusst erhalten.
Neben diesen ästhetischen Gründen eignet sich die Kassettendecke auch ideal zur Bauteilaktivierung, die durch Nachtauskühlung weiter verstärkt wird. Die akustischen Nachteile der schallharten Oberflächen werden durch akustisch wirksame Heiz- und Kühlsegel sowie durch Wandabsorber kompensiert.